Das Bierdeckelkonzept oder simplify your Marketing
Es lebe der „Featurismus“. Roland Köhler, Verfasser der Marketing Kommunikation Schweiz, fasst treffend zusammen: Mousepads sind gleichzeitig Uhr und Radio, Espressomaschinen verlangen unzählige Entscheidungen über Timereinstellungen, Energiesparmodus, Mahlwerkfeinabstimmung, Wasserhärtegrad, etc. Das iDrive System der BMW 7er Serie bietet 700 verschiedene Funktionen, und unser aller Lieblingsbegleiter - das Handy - ist Wecker, Kamera, Navigationsgerät, Personal Assistant, Taschenlampe und MP3-Player in einem.
Wen wundert es, wenn die Konsumenten rebellieren. Die Gebrauchsanweisungen werden immer dicker und die Nerven dünner. Kein Mensch hat mehr Zeit und Lust die Rätsel zu lösen, die die Marketer erfinden. Matthias Horx spricht vom Rightsizing, und die Konsumenten verlangen immer mehr nach einfachen Produkten mit klarem Nutzen. Wen wundert es, wenn die Unternehmen rebellieren. Profilierung ist das Schlagwort, und die Marketer verfassen Konzepte in „Nebelsprache“, in einer Mischung aus Fachlexikon und Bildungsroman, jenseits einer einfachen Umsetzbarkeit.
Marketingkonzepte müssen wieder auf einen Bierdeckel passen, denn gutes Marketing ist einfach. Und einfaches Marketing ist gut. Klare Ziele. Klarer Nutzen. Klare Sprache. Und klares Angebot. Nicht sämtliche Möglichen, sondern nur die - für den Nutzer notwendigen - Optionen müssen vorhanden und anwendbar sein. Hofer ist einfach. IKEA wurde mit Einfachheit zur Nr. 1. und der Kauf einer Seife muß nicht gleichbedeutend mit dem Wunsch nach einer lebenslangen Kundenbeziehung sein.